Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 17: Die Schrecken der Schlacht

 

Noch war die Stimmung im Heer ausgelassen und frohen Mutes. Wenn man vom Abt absah, der unentwegt vor sich hin brummte und nicht müde wurde, eine bei ihm ungewohnt finstre Miene aufzusetzen. Doch irgendwann verlor auch Chrix seine Fassung, tastete an sich herum, fluchte und sah sich um, doch der Zug marschierte immer weiter und weiter. Er hatte wohl einen wertvollen Besitz vergessen, oder verloren. Nach unserem Siege würde er sich sicherlich Ersatz beschaffen.

Man sang und trommelte mit der Waffe auf dem Schilde, der Feind würde keine Chance haben.

 

Die Hängemattenfeste erhob sich bereits in einiger Entfernung vor uns. Vereinzelte Schlachtrufe wuchsen zu einem euphorischen Brüllen an, die Luft vibrierte unter dem Donner von blankem Stahl auf blankem Stahl. Die feindliche Burg lag nun direkt vor uns im Tal. Andächtiges Schweigen breitete sich aus.

„Wer ist denn so töricht, und errichtet seine Bastion in mitten eines Tales?“ fragte einer der Heerführer. „Man sollte doch meinen, dass sie auf eine Erhöhung gehört. Jedenfalls werden wir…“

„Dies ist kein gewöhnlicher Feind, mein Herr,“ unterbrach ihn Graf Kiki, des Papstes Erzkanzler und Siegelbewahrer, den seine Heiligkeit als obersten Feldherr mit gesandt. „Wir treten der Hängematte entgegen. Vertraut nicht darauf,“ erhob er seine Stimme, und sie wurde weit über die Köpfe der Sperrer Garde getragen, „vertraut nicht darauf, stolze Söhne Holgorias, dass die Hängematte sich uns einfach ergeben wird! Visiere runter! Lanzen hoch! Blast die Hörner! ANGRIIIIIFF!!!“

 

Die Hörner dröhnten und das Heer rannte los. Die Formationen lösten sich jedoch, ein leichtes Durcheinander ging durch die Reihen und ich verlor meine Gefährten. Plötzlich packte mich jemand von hinten und entriss mir das Schwert des Spaniers. Einen Lidschlag später wetzte Chrix an mir vorbei und rief: „Du bekommst es wieder, wenn ich es nicht mehr brauche, meines ging mir abhanden! Mögest du die Schlacht überdauern, Freund!“ Damit war er in der Masse verschwunden. Ohne Waffe blieb mir nichts anderes übrig als Deckung zu suchen.

Ich sah, wie Hunderte Reiter und Fußvolk hinter der Burg hervorkamen und den Roten entgegen brandeten. Meine Ohren versagten mir fast den Dienst, als beiderseits Schlachtengebrüll erschall.

 

Doch was war das? Mit einem dumpfen Knall und einem Blitz erschien wie aus dem Nichts eine Gruppe von Maiden, direkt zwischen den Fronten! Als sie ihre Lage erkannten, verfielen sie in hysterisches Plärren. Es war wohl eine Hexe unter ihnen, denn sie verschwanden gerade noch rechtzeitig wieder, so schnell wie sie gekommen waren.

 

Und gleich einem Erdbeben prallten die Armeen aufeinander. Stahl prallte auf Stahl, Körperteile flogen durch die Luft und es entbrannte das wildeste Stechen und Hauen.

Hinter meinem Felsen sah ich etwas, das sich mir näherte. Es war eine Art Wirbelsturm, jedoch kam er nicht vom Himmel, sondern blieb auf dem Boden. Das Gebilde aus Körperteilen und herrenlosen Rüstungsteilen zog stetig an mir vorbei, und ich sah… CHRIX! Er hatte sich ein weiteres Schwert besorgt und schlug damit eine breite Schneise in die Reihen der Emolyten, die nur so davon geschleudert wurden, Schrecken und Unglaube schienen durch den Vorhang aus Haupthaar hindurch… und er lachte! Er lachte aus vollen Herzen!

„Der ist doch total bekloppt!“

„Was…? Sven! Was machst du denn hier?“ Neben mir hinter dem Felsen kauerte der Abt.

„Was wohl? Für euch Narren beten! Licht und Liebe sind für alle da, o Herr, Licht und Liebe sind… aua!“

„Ich für meinen Teil wurde der Waffe beraubt, aber wo ist deine eigentlich, Abt?“

Er ließ sich jedoch nicht beirren und winselte weiter Gebete.

 

Währenddessen zeichnete sich ab, dass die Emolyten in der Überzahl waren und wir die Schlacht verlieren würden. Auch die dunklen Wolkenberge hatten sich nun über uns aufgetürmt und drohten mit Donner. Doch die Sperrer Garde kämpfte weiter, Chrix zog nach wie vor eine Spur der Verwüstung nach sich, irgendwo im Getümmel sah man den Wirbel ziehen.

„Wir verlieren, Sven. Siehst du das? Sven!“ Doch der betete einfach weiter. „Sven, lass endlich diese Narretei! Du wirst nie ein Wunder beschwören, hörst du! Niemals!“

Zu allem Überfluss jagten die düstren Mächte nun ihre Blitze in die Reihen der Zitadelle, das Schlachtfeld find Feuer hier und da, das Chaos war vollends. Alle Hoffnung schien zu schwinden…

 

… bis ich sie hörte: Trommeln! Auf dem Hügel tauchten immer mehr Menschen auf, und sie sangen: „LICHT UND LIEBE SIND FÜR ALLE DA! AUCH FÜR DICH!“

Der Abt hörte auf zu beten und schenkte mir das breiteste Grinsen, das er seinem Antlitze zutrauen konnte. „Keine Wunder. Soso. Und was ist das?“ Er lachte. „Richtig. Das Volk von Holgoria, mit Fackel und Mistgabel.“

 

Die Bauern, Handwerker, Geistliche und auch Kämpfer stürmten den Hang hinab, Hunderte, Tausende, und die Emolyten wurden von einer Flutwelle wütenden Fußvolkes hinweggespült. Herrenlose Pferde suchten panisch das Weite, die Schreie der Gefallenen und das Krachen des Stahls ebbten ab, und alsbald verkündeten die Hörner der Sperrer Garde den Triumph. Der Himmel erfüllte sich mit lautem Gesang und Trommeln, und die Macht von Licht und Liebe vertrieb wahrlich die düstren Wolkenberge vollständig. Sehr zur Überfreude des Abtes.

 

Gerade als Sven und ich uns aus der Deckung wagten und uns dem Siegesfeste anschließen wollten, geschah etwas, das niemand noch für möglich gehalten hätte. Aus dem Augenwinkel sah ich einen großen Schatten, das gewaltige Gebiss eines mannsgroßen Nagetiers… und die Welt wurde still und schwarz.

 

Irgendwer rief meinen Namen in der Ferne. Ich glaube, es waren Sven, Chrix und Sabber.

Dann verstummten ihre Rufe nach und nach, und eine andere Stimme sprach mich an. „Endlich lernen wir uns persönlich kennen… Yoshua. Lange habe ich diesen Moment ersehnt…“




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