Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 16: Rattenaufstand

 

Das war ganz und gar nicht flauschig. Das war absolut nicht lieb und nett. Zitternd wie Espenlaub lag sie auf verdrecktem Stroh und verwünschte jene, denen sie ihr jetziges Schicksal zu verdanken hatte. Was hatte sie nur falsch gemacht? Alles, was sie wollte, war, dass sich alle lieb hatten. Dabei war ihr egal gewesen, ob man sie nur mochte, weil sie so unsäglich reich war, oder eben ob ihres Leumunds. Sie war schließlich Kathi Sosse, die Nichte von seiner Heiligkeit Papst Holger dem Ersten!

So lag sie da, und wartete bibbernd auf das Ende… bis etwas Unerwartetes geschah.

 

Mit einem Male herrschte Unruhe im Kerker der Hängemattenburg. Die Gefangenen warfen sich panisch an die vergitterten Türen und plärrten wie von Sinnen, und selbst die Fackeln an den Wänden flackerten mehrmals auf. Hier war eindeutig schwarze Magie am Werk! Verängstigt von dem grausigen Schauspiel suchte sie in der spärlichen Zelle Unterschlupf, fand jedoch nur das Stroh. Halbwegs eingegraben harrte sie der Schrecken, die ins Verließ eingefallen waren.

Ein Blitz.

Noch ein Blitz.

Dann ein Donnern, Blitz, ein Krachen, und ein Windstoß fegte durch den Folterkeller Mordorias.

„Verdammte…“ knurrte jemand, oder besser gesagt, Etwas, denn ein Zischen wie bei einem Nagetier war nicht zu überhören.

„Jammer nish rum, deppishes Vieh“ blaffte eine zweite Stimme, eindeutig menschlich, eindeutig weiblich, jedoch von der gleichen Bosheit wie die erste. „So ist nun mal der Reisezauber.“

„Reisezauber?“ quiekte eine dritte Stimme voller Arroganz, „FUUU! Von wegen Reise! Das war der blanke Horror, du kranke…“

„Milady Sowas von Süß, beruhigt Euch“ drängte sich eine vierte Stimme dazu. „Wir sind ja jetzt da. Wo… ist da eigentlich, Deppish Wonda?“

Die Erste wieder: „Deppishes Weib! Im Kerker der Hängematte natürlish! Und jetzt lasst die Gefangenen alle frei, ish will Chaos! Haha!“

„Ich hab aber Hunger auf Frechdachs!“ Diese letzte Stimme klang unscheinbar, doch wurde es mit einem Schlag deutlich kälter in den Gemäuern, und die Fackeln wurden teils gelöscht! „Wann bekomm ich mal wieder so einen niedlichen, kleinen, leckeren Frechdachs zwischen die…“

„Verfressenes kleines Ding! Quiek!“

„Sagt die Richtige! Ich jedenfalls bin kein Hamster von den Ausmaßen eines Esels!“

„FUUU! Ich hasse euch, euch alle! FUUU!“

„So, jetzt sind wir alle mal wieder lieb und…“

 

Das war die Gelegenheit für Kathi! Die stritten sich!

Schon die Mehrzahl der Inhaftierten rieben sich die aufgescheuerten Gelenke, an denen die Ketten befestigt waren, und sprangen eilig durch die dunklen Seitengänge gen Freiheit, als sich die lüsterne Lästerrunde ihrer Zelle näherte. Vorsichtig lugte sie aus ihrem Loch hervor.

„Was haben wir da? Eine Maid.“ Ihr Gefängnis wurde geöffnet, auch hier war wieder Hexenwerk im Spiel, und die grausige Mädchentruppe umringte sie. Kathi gewahrte zwei Hexen, eine Prinzessin, deren Magd und etwas… das nur der berühmt-berüchtigte Kampfhamster sein konnte.

„Seid… lieb und… flauschig?“ stotterte sie. „Bitte… fresst mich nicht oder so.“

Sie zuckte zusammen, als sie alle in schauriges Gelächter ausbrachen. „Nein, wir bevorzugen eher reichere Kost.“

„… wobei wir auch nicht gerne auf Zahnstocher verzichten möchten. Zahnstocherhamster.“

„Jenny! Bitte. Wir wollen unsere neue Freundin doch nicht verschrecken… komm. Komm mit uns, und du bekommst es so lieb und so flauschig, wie du es dir nur erträumen kannst!“

Das brachte des Ausschlag und sie folgte dieser unheimlichen Gruppe von Eisernen Maiden.

„Eine Zelle habt ihr vergessen, deppishe Weibsbilder!“ donnerte die blonde Hexe. „Aufmachen, Phoenix!“

„Immer ich…“ Es krachte, und die Tür der letzten Zelle des Kerkers flog im hohen Bogen aus ihren Angeln und davon. „Na gut, also was mag Kollomon wohl hier… oh nein!“

Es war furchtbar. In der Ecke der vergitterten Enge kauerte etwas, das einst Wunderschön gewesen sei musste. Doch nun saß dort ein zerfleddertes, kleines, Etwas, seine Flügel waren gebrochen und ihr Antlitz zerkratzt und verschmutzt. Mit einem einzigen Blick machte es seine Absichten mehr als deutlich.

Kathi Sosse sprach es zuerst aus: „Kollomon hält sich einen gotischen Engel im Keller? Welch Wahnsinn muss ihn ergriffen haben! Komm, Kleines, wir nehmen dich mit…“

Dankbar ließ sich das zarte Zauberwesen stützen, und obgleich es unfähig war zu sprechen, blieb noch genug Zeit für Antworten. Von Kollomon selbst jedoch fehlte jede Spur…

Die Prinzessin verdrehte die Augen und fluchte wie eine ganze Schar von Spatzen. „Ich hasse es, wenn sie das…“

„Achtung! Nächster Halt, Phoenix Forrest!“

KRAWUMM!

Das Verließ der Hängematte verschwand schlagartig und sie rasten durch einen Sturm aus Gezeiten, Sternenmeeren und irren Fratzen und Farben. Im Licht am Ende des Tunnels wartete nun entweder die Freiheit, oder der Tod.

 

Nur der Engel in den Armen von Kathi Sosse wusste die Antwort…




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