Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 15: Auf die Zinnen!

 

Sein Atem und sein Herzschlag waren alles, was er vernahm. Sein schwarzes Haar verschleierte ihm die Sicht. Mit rasender Geschwindigkeit flogen Wachen, Wandfackeln und Wände an ihm vorbei, denn er hatte es eilig.

Verdammt eilig.

Die Kunde seines letzten Spähtrupps musste unverzüglich dem Herrn überbracht werden. Also rannte er um sein Leben. Nicht dass jemand hinter ihm her gewesen wäre. Nein. Denn wenn er die Kunde auch nur einen Lidschlag zu spät brachte, würde ihn das gleiche Schicksal ereilen wie alle andern Herrscher, die Mordoria im Wege gestanden hatten. Also rannte er.

Gerade erreichte er die Pforte zum Thronsaal, die Wachen drückten mit redlich Mühe, doch im letzten Moment öffneten sich die schweren Türflügel unter protestierendem Knarren, und er fiel förmlich durch den Spalt in den Saal hinein.

„Orkus“ rief er, völlig außer Atem. „Orkus!“

Der Henker und neue Herr der Hängematte lag träge, gleich seinem Vorgänger, in jener königlichen Sänfte, inzwischen hielt ihn ein kleines, eisernes Gerüst mit Rollen, die einstigen Träger saßen hinter ihm, in furchtsamer Demut das Haupt gesenkt. Langsam erhob er den Blick von den Pergamenten, die er gerade in Augenschein genommen, und erfasste den Hauptmann mit eisigen Augen.

„Sir Toby.“ Die Stimme schien von überall her zu kommen. Schaurig! „Was treibt Euch zu solcher Eile? Kommt zu Atem, dann sprecht.“

„Herr…“ keuchte der Emolyt und wischte sich das nasse Haar aus dem Gesicht. „Herr, ich bringe schlechte Kunde.“

Orkus hob das Kinn, und für einen Moment hätte man ahnen wollen, er gebe den Befehl zur Tötung Tobys. Doch er winkte, und der Ritzer durfte seinen Bericht vortragen. „Herr, die Rote Zitadelle macht mobil gegen Euch!“ Ein entsetztes Raunen lief durch den Saal. „Das ist aber noch nicht alles. Von Osten ziehen schwarze Wolkenberge auf, Herr. Wie die Späher sagen, ist es Hexenwerk!“ Nun wiederholte sich das Raunen, einzelne Rufe des Entsetzens wurden laut.

„Ist das so.“ Der Henker schien sehr gefasst zu sein. Zu gefasst. „Ist das so…“ wiederholte er langsam, als müsste man jedes Wort für die Geschichte festhalten. „Sir Toby, Ihr bringt diese Kunde von den Spähern?“

„Herr.“ Ein kurzes Nicken war alles, was der Despot erlaubt hätte.

„Nun, Sir Toby, ich danke Euch für Euren Fleiß, Ihr sollt belohnt werden.“ Wieder ein Nicken des Emolyten, der inzwischen langsamer atmete. „Des Weiteren erhebe ich Euch in den Rang des Henkers. Wahrlich, ihr habt der Klinge von Mordoria große Dienste erwiesen.

Doch fürchte ich, war jemand schneller als Ihr. Hier“ er hielt das Pergament hoch, das er las, „habe ich bereit ausführliche Kunde über das Tun unseres Feindes. Außerdem habe ich in meiner Weisheit schon die Steine des Krieges ins Rollen gebracht – denn Steine sind OK.“

„Also ich habe nichts gemacht“ ließ Innina vernehmen. Ein amüsiertes Prusten aller Anwesenden, mit Ausnahme Orkus, war die Antwort. „Ja, ja! Ihr wieder! Ich mache jedenfalls nichts! Hört ihr! Nichts!“

Nachdem sich das Gekicher gelegt hatte, fuhr Orkus fort: „Ich habe bereits die Stammis der Emolyten versammeln lassen. Folgt mir, Henker“ das letzte Wort sprach er mit einem Lächeln aus, das völlig untypisch und falsch an ihm wirkte und durch die Ledermaske schien, und er erhob sich, Toby folgte ihm.

„Herr, die Zitadelle führt Hunderte, wenn nicht Tausende“ begehrte er auf. „Wie wollen wir diese Übermacht aufhalten? Eine solche Armee gibt es nicht, Herr…“

 

Sir Toby hielt inne, als sie auf den Balkon über dem Exerzierplatz vor der Feste traten.

„SPRECHT ZU MIR, RITZER!“ brüllte Orkus, und ein jämmerliches Jauchzen und Heulen brandete wie ein Sturmgewitter zur Empore hinauf. Hunderte, wenn nicht Tausende Krieger, denen das Haar ins Gesicht hing, standen auf dem Platz bereit und erhoben zum Gruß ihre Waffen. Unzählige Banner der Hängematte flatterten im aufkommenden Unwetter.

„Wo habt Ihr so viele Emolyten her, Herr?“ hörte Toby sich sagen. Er war fassungslos.

„Nun, Henker,“ er legte ihm die Hand auf die Schulter. „Ratten findet man in allen Löchern.“ Dann erhob er die Stimme wieder, und rief die Feldherren zur Meldung auf.

 

Der Reihe nach saßen sie von ihren Pferden ab und traten vor, die Waffe zum Gruße erhoben.

Als erster sprach ein zierlich anmutender Jüngling vor, dem man kaum zugetraut hätte, ein Feldherr zu sein, geschweige denn, ein Krieger. „Häuptling Emokiri, Herr! Meine Ritzmich-Ritter stehen Euch zur Verfügung!“ Mit einer Verbeugung fand er wieder ins Glied zurück.

Nun kam ein kräftig untersetzter Recke, und allein die Götter wussten, wie man ihn in diese beinahe kugelförmige Rüstung hinein bekommen hatte.  „Herr!“ Seine Wangen waberten mit jedem Laut mit wie eine vom Sturm gepeitschte See. „Die Stammis der Ironistren werden Euch in die Schlacht und in den Sieg folgen!“ Langsam watschelte er in die Reihe zurück, eine Verbeugung hätte sicher ein schwerer Sturz zur Folge gehabt.

Die Heerschau des Schreckens ging weiter. „Herr Mordoria!“ rief ein Bursche mit zerzaustem Haupthaar und vorlautem Mundwerk, „auch über die Klinge der Exilanten sollt Ihr gebieten! Wir folgen Euch!“ Toby, der selbst schon die schlimmsten Fratzen des Wahnsinns erblickt und überlebt, packte ein Schauer sondergleichen.

Nun erhob ein hünenhafter Edelmann die Stimme, seinem Akzent nach stammte er aus den fernen Südlanden. „Herr, die Reiter der Jennyhamster unterwerfen sich eurem Banner! Euer Feind sei auch unser Feind!“

 

Der Reihe nach verneigten sie sich noch einmal vor Mordoria und saßen dann wieder auf, der Letzte bestieg einen gesattelten, monströsen Reitnager, dessen Augen wie die Hölle selbst glühten, so sehr wurden diese Tiere vom Hass getrieben…

 

„AUF DIE ZINNEN!“ bellte Orkus über die ganze Burg hinweg, „bemannt die Wälle, ladet die Katapulte, formiert die Reiter, und sammelt Steine, denn Steine sind OK!“

 

Eilig wurden diese Befehle befolgt, und Sir Toby blieb allein auf der Empore zurück – außer Stande zu glauben, dass diese Armada nun seinem Kommando unterstehen sollte.

 

Von Osten rollten gigantische Schatten heran, und von Westen sollte nun die Rote Zitadelle entfesselt werden. Sehnsüchtig blickte er zum Silbermond, und begann zu beten…




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