Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 12: Audienz

        

Schon von weitem erhoben sich die roten Türme und Mauern der Zitadelle vor ihnen. Und mit jedem Schritt wanderten die Mundwinkel unseres geistlichen Gefährten ein Stück weit gen Erde. Immerhin war die Kirche von Holgoria der Erzfeind von Licht und Liebe – wenn man von den Stämmen der Emolyten absah. Doch dem Ritter, meiner und Sabber war wohl zu Mute, gewiss einer Audienz beim Herrn von Holgoria. Wann wurde einem solch Ehre schon zu Teil?

Wir gelangten an einigen Wachposten vorbei, Chrix kannte die richtigen Losungen, und wir durften passieren. Und nicht zu selten folgten uns misstrauische Blicke der Roten der Sperrer Garde.

 

Schallende Fanfaren kündeten von der Rückkehr des Roten, und anders als bei der Hängemattenfeste klangen sie uns wohl in den Ohren. Wir durchquerten die gigantische Pforte der Zitadelle, und man empfing uns mit Speis und Trank, und auch die stinkenden Kleider der Emolyten wurden ersetzt durch frische Purpurgewänder Holgorias. Auf persönlichen Wunsch holte man mir sogar eine entsprechende Kutte, wie sie für Vagabunden üblich war.

 

Alsbald wurden wir in die Tiefen der Zitadelle vorgelassen. Unser Abt konnte kaum noch an sich halten, er murmelte unentwegt Flüche und Verwünschungen. Das Licht der aufgehenden Sonne malte herrliche Bilder durch die riesigen Buntglasfenster, und schallende Choräle erfüllten die weiten Korridore, von irgend woher. Rotgewandete eilten hin und her, die meisten von ihnen würdigten uns keines Blickes, doch fiel Sven wohl am meisten auf, warum auch immer…

 

Endlich erreichten wir die Vorhalle zum Thronsaal. Ein Bediensteter, ein junger Geck in samtenem Purpur gekleidet, erwartete uns bereits und deutete mit allzu falscher Höflichkeit eine Verbeugung an.

„Abgesandter, Ihr seid zurück. Und in Begleitung, wie ich sehe. Seine Heiligkeit wird sicher…“

„Schweigt, Wurm“, knurrte Chrix, „lasst uns einfach durch. Wir haben die Hölle nicht durchquert, um uns von einem doppelzüngigen Jüngling die Zeit stehlen zu lassen.“

Diese Worte schienen ihre Wirkung nicht zu verfehlen, denn der Cammerlengo nickte knapp, wandte sich um und trabte los, in den Thronsaal. Dort hörte man ihn – fast schon panisch – rufen: „Seine Heiligkeit Papst Holger der Erste, Herrscher von Holgoria! Der Abgesandte ist eingetroffen, in Begleitung der feisten Drei!“

Offensichtlich wurden wir bereits sehnsüchtig erwartet, denn augenblicklich winkte uns der Cammerlengo herbei.

 

Die Thronhalle war von ihren Ausmaßen gigantisch, ein einziges Zeugnis menschlicher Dekadenz. Überall glänzte und funkelte es. Doch selbst die Choräle schienen hier aus Ehrfurcht leiser zu klingen. Den donnernden Schritten unseres Retters folgend, hielten wir schließlich vor dem Thron.

 

Holger thronte weit über uns, es kostete Anstrengung, in jene Richtung zu blicken, und obgleich die Distanz nicht weit sein konnte, kam man sich vor wie der Ochse vor dem Berge.

„Hallo zusammen.

Ah, meine Helden sind zurück, willkommen. Ich habe euch bereits erwartet, “ sprach der Papst, erhob sich von seinem Thron und breitete feierlich die Arme aus. „Seid willkommen in meinem bescheidenen Domizil.“

Wir verneigten uns. Wir alle. Bis auf Sven. Dies blieb dem Herrscher nicht verborgen. „Nun, Abt, ich weiß um eure Abneigung gegen unser Haus, unseren Glauben, doch erfordert es die Situation…“

„Wenn Ihr von Bescheidenheit sprecht, Herr, muss ich Euch widersprechen“ ließ sich Svens Stimme vernehmen. „Seht Euch um! Licht und Liebe sind für alle da!“

Inzwischen hatte der Papst seine Arme sinken lassen. Er räusperte sich, sichtlich betroffen durch die Worte des Abtes. „Ihr sprecht wahr, Abt“ war die kurze Antwort auf den Ausbruch unseres Gefährten. „Doch seid ihr aus einem anderen Grund hier. Es geht um Kollomon.“

Chrix trat einen Schritt vor, deutete eine Verbeugung an und sprach: „Herr, um den müssen wir uns keine Sorgen mehr machen. Euer neuer Feind heißt Orkus von Mordoria.“

„Ja, die Mordorias.“ Holger seufzte. „Ich wusste, dass sie irgendwann die Macht an sich reißen würden. Darum seid ihr hier. Ich stelle euch mein Heer zur Seite! Und die Sperrer Garde! Gemeinsam werden wir die Schrecken der Hängemattenfeste beenden und dem Volke wieder Frieden, Freude und Eierkuchen schenken.“

Nun erhob ich das Wort. „Herr, ich fürchte es geht die ganze Zeit nur darum, um meiner habhaft zu werden. Beinahe wäre ihm das auch gelungen… Herr! Hört mich an. Wir mögen in der Vergangenheit keine Freunde gewesen sein, doch wie Ihr selbst sagt, die Zeit erfordert einen Schlag sondergleichen. Was schlagt Ihr vor?“

 

„Wahrlich.“ Holger nahm wieder auf seinem Thron platz. In der Zwischenzeit hatte sich auch der Heminator an seine Seite gesellt und beäugte uns mit gar offenkundigem Unmut. „Wir sammeln das Heer! Die Feste Orkus’ wird fallen. FÜR HOLGORIA!“

 

„FÜR HOLGORIA!“ fielen alle andern, der Hofstaat, die Sperrer Gardisten und die anwesenden Kardinäle mit ein.

Doch der Papst hatte seine Rede noch nicht beendet: „Lange genug haben die Emolyten gebranntschatzt, lange genug warf die Hängematte ihren Schatten über das Land! Ihr feisten Drei werdet die Männer in die letzte Schlacht führen.

 

In die Schlacht von Holgoria!“



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