Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 8: Henkersbraut

 

Kein Geräusch.

Nirgends.

Kein Vogel wagte sich auch nur in die Nähe jener Hütte. Nicht mal die Blätter trauten sich im Wind zu zittern. Denn tief im großen dunklen Wald wohnte etwas so unsagbar Bösartiges, dass selbst die Sonne einen großen Bogen um die Lichtung machte, wo jene Hütte stand.

Ein Beobachter, der lebendigen Fußes zufällig hier entlang gekommen wäre, hätte wohl den Eindruck einer gewöhnlichen kleinen, baufälligen Hütte bekommen. Doch es war dieser Beigeschmack in der Luft, es war etwas Süßliches, und doch war es, als fräße sich der Wind selbst einem durch Mark und Bein, bis hin zur Seele. Jene Atmosphäre war nicht unheimlich… sie war nahezu PERVERS.

 

Drinnen hockte eine kleine, zerbrechliche Gestalt mit glattem strohgelben Haar, gebückt über einem großen schiefen Holztisch mit vielen kleinen bunten, selbst geschnitzten Figuren, und kicherte vor sich hin. Die Figuren bewegten sich wie durch Zauberei – was es auch war – von selbst, manche fielen, manche schneller, die andern langsamer, manche gingen sogar in Flammen auf.

Leise glucksend verfolgte die Hexe das Schauspiel… bis sie inne hielt. Was war das? Diese drei kleinen Holzsoldaten rührten sich nicht mehr, und sie ruhten direkt auf jenem lila Stofffetzen, der die Hängemattenfeste symbolisierte. Das konnte nur bedeuten, dass die Gefährten gefasst worden waren. Dafür rückte eine rote Gestalt unaufhaltsam auf sie zu – und hinterließ nichts als Asche!

„Abra kadabra! Deppish palawa!“ entfuhr es ihr und ein Blitz fällte irgendwo im Dickicht einen Baum. Oder mehrere. Gab genug davon. Dann besann sie sich und überlegte, was zu tun sei. Sie verfolgte die vielen, vielen, anderen Figuren auf der Weltenplatte, die schwarz-roten Reiterpüppchen zogen entschlossener denn je von Ort zu Ort, und sie näherten sich einem Zweigengebilde, das entfernt an eine Hand mit erhobenem Mittelfinger erinnerte – Kritikheim. Wackenhausen war längst in einer schäumenden magischen Bierpfütze untergegangen, sollten sie in Frieden ruhen.

Diese Drei. Was konnte sie tun? Immerhin war sie das mächtigste magische Wesen in ganz Holgoria. Einst focht sie mit dem Drachen 29 erbitterte Kämpfe, doch diese Zeiten waren vorbei. Nun war der Zaubertisch ihre einzige Verbindung zur Außenwelt.

„Ah.“ Die Erkenntnis zerriss die Stille jäh. Sie suchte, wühlte, und schließlich fand sie ihren Besen, eilte hinaus, saß auf und schwang sich geschwind in die Lüfte.

 

Der Wind pfiff ihr in den Ohren, der Besen beschleunigte zu nervenzerfetzenden Geschwindigkeiten, sie hatte es eilig. Unter ihr rasten Wälder, Berge, Hügel, Städte und Dörfer vorbei, wie man sich Schmutz aus dem Gesicht wischt. Dort kam ihr Ziel in Sicht: ein unscheinbarer Hügel, eine wilde Anhäufung von Erde. Doch hier lauerte die gleiche perverse Schwingung in der Luft wie auf der Lichtung, hier fühlte sie sich zu Haus.

 

Sie landete, und der Staub stob in alle Richtungen davon, als der Besen aufsetzte. Als sie absaß, holte sie tief Luft und brüllte so laut sie konnte – und das war verdammt laut: „WO SEID IHR? DEPPISHES GEWÜRM! ABSCHAUM VON HOLGORIA! ZEIGT EUCH, EURE HERRIN FORDERT EUCH ZU SEHN!“ Das Echo hallte lange nach, der Boden zitterte nach.

Da öffneten sich nach und nach Löcher in der Erde und sie kamen alle: Magd Farinia, ein Krokodilsmensch, und etwas, das nur die Herrin des Hasses selbst sein konnte: ein menschengroßer Hamster, die Augen glühten wie das Fegefeuer selbst, und jeder Fußabdruck warf kleine Rauchfahnen.

„Jenny.“ Mehr musste sie und wusste sie zur Begrüßung nicht zu sagen.

„Deppish Wonda, wie nett, dass du es einrichten konntest.

Begrüßungshamster.“

Normalerweise hätte sie den Riesennager für eine derartige Unverschämtheit in einen Emolyten verwandelt (was konnte schlimmer sein?), doch das war eine Ausnahme.

So standen sich die absonderlichsten Gestalten Holgorias gegenüber. Die Hexe brach zuerst das Schweigen. „Ihr wisst, warum wir hier sind. Jemand hat beschlossen, dass wir die Bösen sind, und man wird uns kein Happy End gönnen. Ish sage was anderes! Wir werden uns unser Happy End holen! Die Drei sind gefangen, aber wie lange, das bleibt abzuwarten. Wenn wir nish bald handeln, werden wir bald selbst in den Kerkern enden. Also. Was sagt ihr?“

Doch nicht nur in den Reihen der Schauergestalten wurde Kriegsrat gehalten…




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