Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 7: In der Höhle des Löwen

 

Während wir also über die wuchtige, eisenbeschlagene Zugbrücke durch das Tor in die Burg des Feindes ritten, hämmerten Armada von Trommeln auf unsere Ohren ein, die Fanfaren versuchten fast schon verzweifelt, sie zu übertönen, dann das markerschütternde Horn, das bis tief in die Lande drang. Uns drei Gefährten klingelten wahrlich die Zähne, als wir im Vorhof anlangen, wo man uns rasch zu den Stallungen führte. Dank unserer Tarnung fielen wir gar nicht weiter auf, denn anscheinend war die ganze Festung in heller Aufruhr, alle Mann liefen durcheinander, unentwegt wurden Befehle gebrüllt und befolgt, Knappen sattelten und striegelten Pferde, in den Schmieden wurde gehämmert und Öfen angefeuert, und stets hatte man das Gefühl, man wurde beobachtet… nur, von wo?

 

Wir saßen ab und mischten uns unauffällig in das bunte Treiben, sofern man bei den schwarzen Rüstungen und dem zwielichtigen Fackelschein davon sprechen wollte. Es roch nach Pech, Schweiß und Unrat, genauso wie man sich den Sitz eines psychopathischen Tyrannen wohl vorstellte. Mit Handzeichen verständigten Sabber, der Abt und ich uns, auf der Suche nach den Gemächern des Königs und des Henkers. Alles lief gut, bis… ja, bis…

… bis ein Ritter in reich verzierter Rüstung uns stoppte. Er trug keinen Helm, seine schwarzen Haare fielen ihm tief ins Gesicht, man erkannte ihn ohne Zweifel als Emolytenhauptmann. Das war also Sir Toby, der schneidende Sensenmann Mordorias.

„Halt!“ rief er und riss den rechten Arm in die Höhe. „Wer seid ihr drei, und wieso seid ihr nicht bei den andern im Lager? Sprecht, sonst ritze ich euch auf und verfüttere euch an die Jennyhamster! Die hatten seit Tagen nur noch Huendchen…“

Gandalf fand zuerst das Wort. „Seid gegrüßt, Hauptmann! Wir FFFFFT müssen uns verlaufen haben, der Blutverlust muss unseren Sinn getrübt haben…“ Er heulte gespielt drauf los, ich fiel mit ein, Sven versuchte fast ratlos mitzumachen.

„Soso“ sprach der Narbenherr, „dann zeigt mal eure Narben her. Die Spitzel der Kirche von Licht und Liebe sollen überall sein.“ Falscher Moment für falsche Worte. Doch glücklicherweise hatten wir die Helme noch auf, das verzogene Gesicht und das schmollende Grunzen des Abtes wurden fast im Keim erstickt.

„Nun Herr,“ versuchte ich mich mit einer Ausrede, „wir schämen uns zu sehr. Bitte, zeigt uns den Weg zum Lager, und wir werden Euch nicht weiter belästigen, Herr.“

Der Oberemolyt überlegte. Dann wies er uns die Richtung und deutete uns nur allzu deutlich, dass uns der Henker erwartet, sollten wir nicht bald verschwunden sein. Als wir uns außer Reichweite des Schlächters glaubten, zwangen wir uns in einen dunklen Gang und nutzten die Rast für einen Kriegsrat.

„Warum heult ihr denn“ wollte der Abt wissen, „es gibt keinen Grund zur Trauer, denn Licht und Liebe sind…“ Weiter kam er nicht, da meine flache Hand gegen seinen Hinterkopf schlug. „Aua!“

„Narr. Schweig, Sven, du bringst uns noch in Teufels Küche, da kannst du dann wenigstens dein Frühstück servieren. Und sag das mit der Liebe mal besser den Emolyten, die glauben nämlich dass jeder sie hasst.“

„Aber das…“ KLATSCH. „Aua!“

„Jetzt FFFFFT hört auf zu hadern, Gefährten. Wir sollten so schnell wie möglich nach oben, dort vermut ich nämlich FFFFT die Gemächer der Fürsten. FFFFFFolgt mir.“

So schlichten wir uns die Treppen hinauf, Treppe um Treppe. Seltsamerweise hielt uns niemand auf, wir waren ja immerhin Söldner des Königs. Schließlich langten wir vor den großen doppelten Tür an, die mit Eisenverschlägen verstärkt worden war. Die Tür zum Thronsaal. Wir behaupteten, wir seien die Wachablösung, und das blinde Vertrauen in die Dummheit der Emolyten wurde nicht enttäuscht, sie zogen leise weinend von dannen.

Als sie weg waren, zählten wir mit den Fingern auf Drei, und… die Tür wurde von innen geöffnet.

„Kommt doch herein, Krieger, was wartet Ihr denn noch?“ Die Stimme schien von allen Seiten zu kommen, konnte aber nur von… der großen dicken Gestalt aus der lila Hängematte auf dem Thronplatz am Ende der breiten Stufen kommen.

So betraten wir des Löwen Höhle. Angespannt ruhte meine Hand auf dem Griff des Schwertes des toten Spaniers, Sabber wob heimlich einen Zauberspruch, und Sven winselte leise ein Gebet an Licht und Liebe. Vor der Hängematte hielten wir inne und – so sehr uns das missfiel – verneigten wir uns.

Lange Zeit, fast schon eine Ewigkeit, geschah nichts. Stille. Als wir uns dann schließlich erlaubten aufzusehen, traf es uns wie der Schlag!

„Ja, das habt ihr nicht erwartet, oder etwa doch?“ Auf der Hängematte saß… ORKUS VON MORDORIA ! Unter seiner schwarzen Ledermaske zeichnete sich ein breites Grinsen ab, zerfressen von pulsierenden Krampfadern. „Nehmt eure Helme ab. Wir trauen Fremden nicht.“

„Herr, lang lebe Orkus von Mordoria!“ spielte ich mit, und wir verneigten uns wieder. „Verzeiht, Herr, wir Emolyten SCHÄMEN uns so, weil wir so hässlich sind. Bitte, Herr, lasst uns zumindest diesen Funken Würde, o Herr.“

Die Finte schien zu funktionieren. Der Henker nickte. „So sei es denn, Ritzer. Nun sprecht, ihr scheint mich gesucht zu haben. Oder war es Kollomon, den ihr erwartet hattet? Sprecht rasch!“

„Nun, Herr, wo der König ist, geht uns niederen Diener wahrlich nichts an. Ihr werdet ihn würdig vertreten, Herr Mordoria.“

„Wohlan, das tue ich. Denn der König wird nämlich eine lange, lange Zeit nicht erscheinen. Kann ich,“ er versuchte wohl, mit seinem Blick unsere Helme zu durchdringen, „irgendetwas für euch tun, Krieger?“

„Mehr Steine!“ rief Sabber eifrig und verkniff sich sogar das Einsaugen seines Speichels, man sah es eh nicht unter dem Helm, „denn Steine sind OK, Herr. Und mehr Rasierklingen, Herr, wenn es möglich wäre. Wisset, Herr, die gehen uns immer so schnell aus und…“

Das schien dem Henker zu gefallen, er nickte und deutete uns zu gehen. Als wir uns verneigend entfernten, schien es, als seien wir mit einem Male dem sicheren Tod entronnen.

 

In dem Moment passierte es.

 

„Bei Licht und Liebe, das war knapp“ sagte Sven in die Stille des Saals hinein.

 

„WACHEN, ERGREIFT SIE“ kreischte Orkus augenblicklich. Ein Schlag, die Welt verschwamm und löste sich in Nebeln von Fackeln, Stiefeln und Knüppeln auf.




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