Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 5: Der Abgesandte

 

Das edle Gemäuer war erfüllt von schallenden Mönchchorälen, die Sonne fiel schräg in die reich verzierten Buntglasfenster der Roten Zitadelle des Heiligen Ordens der Inquisition und malte herrliche Bilder auf den feinen weißen Marmorboden. Langsam und würdevoll wandelten Rotgewandete Kardinäle durch die unendlichen Korridore des Doms, manche taten nichts, andere diktierten Notrufe, welche Herolde eifrig hinterher trippelnd mitschrieben, wieder andere marschierten schnellen Schritts, weil sie mal wieder zu spät zu einer Verknuddelichung gelangten. Und an jedem Tor, an jeder Tür, hielten die Getreuen der Sperrer Garde ihre Wache.

 

Papst Holger der Erste saß in seinem gigantischen vergoldeten Thron und sah mal wieder besonders würdevoll, fast schon heilig, aus. Lang war es her, dass er Bittsteller aus dem einfachen Volk empfangen, wie im Nebel verschwammen Erinnerungen an ausgiebige Gelage mit seinen Vollstreckern, Cardinals Treffen – kurz CTs – und dennoch liebte ihn sowohl der Pöbel, als auch die Obrigkeit. So saß er da, und wartete. Denn er hatte die Grausamkeit seines weltlichen Vertreters, Kollomon, satt. Sollte er IHN doch einfach ziehen lassen, anstatt in blindem Zorn sein geliebtes Volk ins Verderben zu stürzen.

Deshalb hatte er nach einem Abgesandten geschickt. Diesen erwartete er nun. Geduldig. Würdevoll. Fast schon heilig. Da kam ein Diener herein, salutierte und rief durch den riesigen roten Saal: „Euer Heiligkeit Holger der Erste, der Abgesandte ist eingetroffen.“

Das waren gute Neuigkeiten. Seine Heiligkeit liebte gute Neuigkeiten, welche seit dem Entwischen von IHM leider immer seltener wurden. „Lass ihn eintreten.“

Der Sperrgardist salutierte zackig, wandte sich um in den Korridor und brüllte, fast schon panisch, einen Befehl. Und der Abgesandte trat ein.

 

Es war, als wich das bunte Sonnenlicht dem Söldner gekonnt aus, denn jedes Mal, wenn man glaubte sein Gesicht zu sehn, wurde es wieder in Schatten getaucht. Jeder einzelne Schritt seiner roten Stiefel donnerte wie ein Kanonenschlag durch den Saal, er bewegte sich mit infernalischer Schnelligkeit. Weniger Meter vor dem goldenen Throns des Papstes hielt er inne, zog sein Schwert, rammte es in den blanken Marmorboden auf dass er barst, und sank auf die Knie.

Für kurze Zeit geschah nichts. Den Auftritt dieses Kriegers musste man erst mal verdauen. Dann erhob sich seine Heiligkeit, hob feierlich die Arme und sprach: „Gesegnet seiest du, der von Gnaden gesandt, der uns endlich den Frieden bringt und…“ Weiter kam er nicht, denn er wurde jäh von dem Neuankömmling unterbrochen.

„Komm zur Sache, Alter. Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit.“ Er erhob sich, zog sein Schwert aus dem Stein und schob es zurück in die Scheide. „Wer ist das Ziel? Wer darf dran glauben?“

Gefasst sprach Holger weiter: „Nun, mein Herr, Ihr seid fix mit der Zunge, auf dass Ihr mit dem Schwertarm genau so gewand seid. Mir wurde zugetragen, Ihr seid der Richtige.“

Endlich schien sich der Krieger zu besinnen, wem er gegenüber stand, denn er stellte sich nun vor. „Verzeiht, Herr. Meine Name ist Chrix X. Wenn Ihr eine Existenz beendet sehen wollt, bin ich Euer Mann. Nun sprecht.“

„Nun, Herr Chrix, Ihr kennt sicher den Weg zur Schwarzen Zitadelle, dem Sitz des Kollomon. Seit ER entwischt ist, wütet er unentwegt in meinen Landen. Beendet diesen Schrecken, und ihr werdet in Knuddeltalern und Rosen gebadet!“

„Der König also. Wird sicher schwer bewacht. Muss ich noch etwas wissen, Herr?“

„Nun, ER und einige Gefährten sind ebenfalls auf dem Weg zur Feste. Wenn Ihr ihnen begegnet, ist es wohl entschuldbar,“ er seufzte, als spräche er ein Leid aus, das ihn schwer belastete, „wenn Ihr Euch ihnen anschließt. Und nun, geht, Chrix X!“

Der Söldner verneigte sich knapp, wandte sich um und schritt rasch hinaus, wieder donnerten seine Schritte wie eine Belagerung.

 

„Wenn Ihr da mal keinen Fehler macht, Eure Heiligkeit“ hauchte Heminator, des Papstes Cammerlengo.

Das Oberhaupt der Kirche von Holgoria nickte und seufzte. „Ja, auch unter den Roten gibt es schwarze Schafe. Denkt nur an Ram Nip oder den Sahneprinzen zurück… Aber was sollen wir machen?“ Darauf wusste der Diener keine Antwort. Zu Recht.




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