Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 3: Das Hysterienspiel

 

Plötzlich erschallte mitten auf dem Marktplatz eine Fanfare, eine Bühne wurde erstaunlich schnell errichtet, und ein Mann in feinen Stoffen gewandet trat empor und rief laut: „Einfaches Volk von Holgoria!“, sein Akzent schien aus den Südlanden gen Wien zu stammen, „Nun zu eurer Muße, entsendet Euch unser Herr Orkus von Mordoria, im Namen seiner Majestät Kollomon dem Sanftmütigen“, an dieser Stelle gab es vermehrt Protestrufe aus der Menge, und der Abt verzog merklich das Gesicht, „die Laienspielgruppe Catastrophus, mit einem gar ergötzlich Hysterienspiel. Thema des Spiels soll die Herrlichkeit Kollomons sein! Viel Spaß!“ Der Herr zog sich zurück, länger hätte man auch kaum diesem Akzent stand gehalten, ohne in Gelächter auszubrechen.

So begann das Hysterienspiel. Wir drei hielten uns weiter hinten, hatten dennoch gute Sicht. Eine Minute schien es passierte nichts. Mit einem Male krachte es laut, und… EINE HEXE erschien wie Phoenix aus der Asche. Sie wirkte einen Spruch, es donnerte erneut über den Platz, und da stand eine gar irre Zwergengestalt mit dichtem Rauschebart. Es war jedoch wider erwarten nicht Deppish Wonda.

„Seht, den Grabräuber von Kritikheim!“ rief die Phoenixseele, nahm ein Holzkreuz mit dicken Fäden und band den Zwerg an Armen und Beinen daran fest. Nun ließ sie ihn quer über die Bühne hüpfen, tanzen und fuchteln, und die Menge jubelte und jauchzte. Da stolperte er und fiel. Das Volk grölte noch lauter, man sah genauer hin und sah… da war jener gemeine Hamster, ihm war wohl aber nichts geschehen. Sofort sprang der Wiener Herold auf die Bretter, schnappte den Nager und rief: „Aber Jenny, was machst du denn!“

Die Leute applaudierten und brüllten, der Herr verneigte sich und ging ab, der Zwerg lag immer noch dort. Mit einem kräftigen Ruck an den Fäden brachte ihn die Hexe wieder auf die kurzen Beine und ließ ihn wieder tanzen. Langsam wurde es langweilig. Doch was war das! Man reichte ihm eine Schaufel, und bedeutete ihm zu graben. So klopfte er mit dem Blech auf die Planken und vollführte Grabbewegungen. Man wartete gebannt, was nun geschah. Da erhob sich aus einem bodenbraunen Tuch… eine wirre Dämonengestalt mit Maske, und sie rief: „Seht mich an, erbärmliches Volk! Ich bin der Meckerteufel Yoshua! Ich suche euch heim! Seht, der Grabräuber hat mich ausgebuddelt!“

Besonders weil wir uns in Kritikheim befanden, fiel der Beifall umso lauter aus. Was für eine Schau! Was kam als nächstes? Und so gut ward ich nicht getroffen, fand ich.

 

Die Fanfare! Da kamen weitere Darsteller auf die Bühne: Eine Maid mit elend langen Beinen und überheblichem Blick, ein Narr in buntesten Gewändern und klirrenden Glöckchen, der nächste sollte wohl den Drachen 29 darstellen, denn er trug ein geschupptes Gewand mit angebrachten Schwingen, als nächstes kam eine Maid, verkleidet als sterbender Schwan in den Farben Rot, Gelb und Grün, dann ein älterer Mann in einem weiß gestrichnen Fass, und da waren auch die Prinzessin Sowas von Süß und ihre Magd! Auch der Herold aus Wien trat vor mit dem quiekenden Hamster auf der Schulter.

So stellten sie sich der Reihe nach vor.

„Ich bin Bithina, denn Intrigen haben lange Beine.“

„Man nennt mich Manderley, mein Handwerk sei die Narretey!“

„Hell yeah, only a god can judge you! Ich hab Recht, ihr niemals!”

„Ich bin der sterbende Ampelinschwan! Ich habe grad erst eure Sprache gelernt, denn ich komme aus Skandinavien!“

„Man nennt mich Michelinmann, ich werde den Meckerteufel als erster zur Strecke bringen, haha!“

„Aus dem Weg! Aus dem Weg! Ich bin niedlich, ich darf alles! Ich bin Prinzessin Sowas von Süß! Aus dem Weg! FUUUU Ich hasse euch!“ Der Rest der Flüche ging im Beifall der Menge unter.

„Ja, Ihre Majestät Susa hat Recht. Auf dass Friede, Freude und Eierkuchen in aller Welt herrschen, also ich… und natürlich meine Herrin!“

„Jo mei, Grüß Gott, de Böse ist doch der König, nicht der Meckerteufel, so ein Schmarren!“

„Quiek, quiek! Er hat Recht! QUIEK! Er hat immer Recht! QUIEK!“

Mit jedem Male klatschte und jubelte das Publikum, lauter und lauter. Kritikheim wurde einmal mehr zum Hexenkessel.

 

So rannte der Meckerteufel los, alle andern sprangen ihm hinterher, auch die Phoenixhexe ließ den Grabzwerg an den Fäden springen und tanzen, und die Luft erfüllte sich mit schallendem Gelächter und begeisterten Rufen des Volkes. Solch ein Hysterienspiel hatte sicher seinen Reiz. Die Jagd nach dem Meckerteufel wurde immer hektischer, der Michelinmann rutschte auf der Schleimspur des Nagetiers aus und zerbrach sein Fass, die Ampelinmaid machte nur allzu schnell aus ihrer sterbender Schwan- Nummer bitteren Ernst und ließ sich einfach von der Bühne fallen, der bunte Narr und der Drache krachten mit ihren Dickköpfen aneinander und fielen in Ohnmacht, und der Herold und der Hamster gerieten auf peinliche Weise in den Schlepp des Prinzessinnenkleides, die rundliche Magd rollte hinterher und prallte ungebremst in das wilde Durcheinander. Zu allem Überfluss verfingen sich die Schauspieler in den Fäden des Zwergs, das Chaos war komplett. Die Masse brüllte und ruderte mit den Armen in der Luft.

Einzig der böse Meckerteufel stand, leicht außer Atem, dort, erklomm das Gewirr seiner einstigen Verfolger und ließ sich feiern. Doch wer sollte den Schuft nun stellen? Es wurde spannend!

 

Da erklang mit einem Male wieder eine Fanfare, diesmal lauter, länger, und prunkvoller. Zwei dressierte Affen in roten Gewändern trugen einen kleinen Papabären auf einer lila Hängematte auf die Bühne, der Meckerteufel salutierte vor dem Bärchen, ließ sich umkippen und der Vorhang fiel. Der Beifall wurde ohrenbetäubend!

„Was für eine FFFFFT Sensation!“

„In der Tat, Freund Zauberer! Abt, was meint Ihr?“

Sven konnte nicht sprechen. Er lag auf dem Boden und zuckte und quiekte, seine Mundwinkel erreichten fast die Ohren. Wir ließen ihn gewähren, und als sich alles beruhigt hatte, bezogen wir in einem nahen Gasthaus Quartier und fanden zur Nachrufe.

Als  ich die einzige Kerze ausblasen wollte, die unser kleines Zimmer erhellte, fragte unser geistliche Gefährte: „Glaubt ihr, in Wahrheit geht es so zu wie in dem Hysterienspiel? Ich meine…“

„Sicher nicht, das FFFFFT wäre verwegen anzunehmen. Und nun gute Nacht.“

Wir würden unsere Kräfte noch dringen brauchen…




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