Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 2: Von Gefährten und Barden

 

Wie viele Tage ins Land gezogen waren, entging meinem Sinn, und langsam wurde der Wahnsinn durch des Königs Zorn zu einer Realität, der man vielerorts nur allzu gern entging. Meine Reise führte mich durch ein Dorf, wo ein jeder Bürger dem hemmungslosen Trunk verfallen schien, Wackenhausen hieß es, glaube ich. Und viele Male entging ich den Emolytenreitern, den einzigen Kriegern, die ihre gefällten Feinde als Narben in ihren Armen festhielten. Das letzte was ich sein wollte, war eine solche Narbe im Arm eines wahnsinnigen Schlächters!

Dann und schließlich beschloss ich, eine längere Rast einzulegen, und auf neue Gefährten zu hoffen. Am Brunnen eines großen Ortes nahm ich gerade meinen Trunk zu mir, da bemerkte ich vor der Dorfkirche einen Streit. Ich beschloss, der staunenden Menge beizuwohnen.

 

Vor der Kirche von Licht und Liebe hatte es zwei Bürger in einen handfesten lauten Disput verwickelt. Der eine war der Abt Sven, ihm gegenüber stand eine gar holde Maid jungen Jahres mit buntem Rock und Haube, sie trug Blumen im Haar, was sie wohl davon abhielt, durch jene zu sprechen.

„Was bist du eine Göre! Geh nach Hause, das ist ein heiliger Ort, der allein durch deine heidnische Nähe geschändet wird!“

Das ließ die Maid nicht auf sich sitzen. „Ich glaube Ihr wisst nicht wen Ihr vor Euch habt, EHRWÜRDIGER ABT“, sie spie es förmlich aus, „ich bin Susa, Prinzessin Sowas von Süß! Der Teufel dem ich abschwöre seid Ihr! Euer Glaube verhöhnt den König selbst!“

Ein lautes Raunen ging durch die Reihen der Schaulustigen.

„Der König selbst“, höhnte der Abt, „kam vom rechten Glauben ab. Wir sind die Kirche von Licht und Liebe, wer seid… Ihr, HOHHEIT,“ dies wiederum sagte er mit aller Abfälligkeit die er zu entbehren gereichte, „über die Kirche zu richten. Geht nach Hause und spielt mit euren heidnischen Puppen!“

Der Streit wogte hin und her, bis die Szene selbst erschüttert wurde. Sofort kehrte Stille ein, der Staub vom Einschlag eines Brockens legte sich, und eine vermummte Gestalt in dunkler Kutte kam auf die beiden zu, sicheren schnellen Schritts. Er kam an mir vorbei, streifte mich in aller Eile. Doch er hielt auf die beiden zu, schob die Kapuze zurück, hob die Arme und rief: „Genug des Zwistes! Seid eins gegen FFFFFT die wahren Feinde: Kollomon und Orkus!“

Jetzt stieg wieder Gemurmel auf, einzelne entsetzte Rufe erfüllten die Luft.

Der Abt fand zuerst das Wort wieder: „Was seid Ihr für ein Mann, dass Ihr Feuer machen könnt ohne Stein und Zunder?“

„Ich bin ein Zauberer. Mein Name ist FFFFFT,“ er zog den Speichel ein, der ihm auf dem Munde lief, „Sabber Gandalf, und ich bin gekommen, um Gefährten zu finden! Wer  FFFFFFT schließt sich meiner an?“

Abt Sven schlug sofort ein, auch ich kam dazu. Die Maid suchte empört und nun unter dem Spott des Volkes das Weite, eine rundliche kleine Magd, gebranntmarkt mit der Zahl 15, tippelte treu hinter ihr her.

„So ziehen wir denn aus, Gefährten. Zieht mit den Krähen des Krieges gen des Tyrannen Schloss!“ Und wir folgten dem Zauberer.

 

An einer Biegung am Ende des Ortes trafen wir einen jungen Edelmann, den ich sofort wieder erkannte. Der Jüngling lehnte neben einem aufgebrochnen Weinfass in der Gosse, er sah geschunden und vom Wahn gezeichnet aus, er nahm kaum noch wahr was um ihn herum geschehen. Wir halfen ihm auf, ich weckte ihn aus seinem Delirium und sprach ihn an: „Lord Gurkius! Gurkius Caesar! Milord, seid Ihr es? Sprecht!“

Der Edelmann hob die Lieder, schwach, langsam, widerwillig, doch dann antwortete er: „Was… was… was zum… wer seid Ihr?“ Er hustete.

„Erinnert Ihr euch nicht? Yoshua, Milord. Ihr habt mich damals begnadigt, bevor Kollomon der Grausame und Lord Mordoria Euch meiner wegen stürzen ließen! Kommt zu Euch, Mann!“ Ich schlug ihm in sein Gurkengesicht. Er kam zur Besinnung, langsam, widerwillig. Dann erkannte er mich. Nachdem Sabber, der Abt und ich ihn in einem nahen klaren Bach vom Schleier des Trunks rein gewaschen hatten, tauschten wir unsere Geschichten aus. Er war nach dem Putsch ins Exil verbannt worden, auf dem Weg fiel er dem Wahn und dem Alkohol zum Opfer, an alles andere vermochte Gurkius sich nicht mehr zu erinnern, wohl zu seinen Gunsten.

Wir wollten ihn mitnehmen, damit er Rache nehmen konnte an seinen Peinigern, doch bei der Erwähnung des Königs erwehrte er sich aufs heftigste und rief mit weit aufgerissenen Augen: „Ich gehe wahrlich nirgends mehr hin! Jeder Ort ist besser als jener! Geht! Geht und erfüllet eure Mission, doch ich gehe nirgends mehr hin! Geht! Geht!“ Auch trauerte er wohl seinem Freund Lord A dem Verrückten nach, der sich freiwillig ins Exil zurückgezogen. Wenigstens ein Vernunftbegabter unter dem Adel. Doch er wand uns darauf den Rücken zu und rannte.

Wir wechselten entgeisterte Blicke und brachen auf.

 

In einem Wald dann hörten wir sie: Trommeln!

„Ein Spähtrupp des FFFFFT Königs!“ raunte Sabber und wir duckten uns ins Unterholz. Da sahen wir sie, die Trommler. Es waren wahrhaft keine Krieger, doch trugen sie schwarze Lederkleidung und gewandeten sich gar düster. Und während sie auf ihre Schlaginstrumente eindroschen skandierten sie immer wieder: „LICHT UND LIEBE SIND FÜR ALLE DA! LICHT UND LIEBE SIND FÜR ALLE DA! AUCH FÜR DIIIICH!“

Der Abt natürlich sprang begeistert auf und rannte mit offenen Armen zu den fahrenden Barden, der Zauberkundige und ich folgten kurz darauf. Ja spinnt denn der, dachte ich bei mir.

„Wir sind die Gruppe Rammelstein, wir sind auf großer Fahrt, unsere neue Musik in die Lande zu tragen. Und wer seid Ihr, dass Ihr uns so herzlich grüßt, Herr Mönch?“

Sven strahlte übers ganze Antlitz. „Gestatten, ehrwürdiger Abt von der Kirche Licht und Liebe.“ Er neigte sein Haupt und stellte auch uns vor. „Ihr bringt den wahren Glauben durch Musik an das einfache Volk, Ihr gefallt mir!“

So schlugen wir ein kleines Lager auf und sagen Licht und Liebe Minne. Man mochte sagen, der Abt fühlte sich ins Kindsalter zurückversetzt, so sehr klang seine Stimme durchs Dickicht. Aber auch diese Begegnung ging zu Ende, und wir setzten guter Dinge unsere Odyssee gen des Königs Feste fort.

 

„Sagt mal, Gefährten,“ begann ich, „was wisst Ihr über den Hof des Herrn und den Henker? Gibt es dort Zwist, oder sind alle dem König treu ergeben?“

„Also wenn FFFFFT sie ihm treu sind, dann aus blanker Furcht. Und die FFFFFT Emolyten schwören generell dem meistbietenden die Treue, was ja wohl der König sein dürfte.“

Das sah der Abt anders. „Wer will schon einem Herren dienen, der vom wahren Glauben abgefallen, frage ich Euch! Sicher gibt es dort Argwohn. Sicher gibt es dort vernünftige Leute wie uns, die dem König zu gerne…“

„Herr Abt, Ihr FFFFFFT versteift Euch da zu sehr, fürchte ich. Denn..“

Jenes Disputs wurde ich überdrüssig, zu viel hörte man umher von Kollomon dem Grausamen. „Gefährten seht, dort vorn ist eine Stadt. Lasst uns dort Quartier suchen. So spät werden die Wachen uns bei dem Licht der Dämmerung nicht mehr wahrnehmen. Ich glaube, es ist der Ort Kritikheim.“

„Von dem FFFFFFT hab ich gehört, dort soll es FFFFFFT zugehen wie in einem Tollhaus. Umso besser für uns. Also auf!“

 

Wahrlich, in Kritikheim kehrte schon die Abendruhe ein, sofern man bei einer solch geschäftigen Stätte von Ruhe sprechen wollte. Unentwegt riefen und tratschen kunterbunte als auch finstere Gestalten wild durcheinander, der Ort machte seinem Ruf wahrlich alle Ehre. Die Häuser und Straßen waren in purpurn gehalten, was im Licht der untergehenden Sonne wie Blut erscheinen mochte. Wahrlich. Diese Stadt war des Wahnsinns.




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