Schlacht um Holgoria
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Wir sehen uns bei Teil 2 wieder: Blutbrueder !

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Kapitel 1: Kollomon der Grausame

 

Die Trommeln hämmerten unentwegt ihren barbarischen Rhythmus und ließen die Schwarze Zitadelle selbst erzittern, als der Spähtrupp eintraf. Die untergehende Sonne tauchte die ohne hin schon finstere Feste in dämonisches Zwielicht, welche wie ein gewaltiger versteinerter Drache über den armen Hausungen des Volkes thronte. Das lila Banner flatterte sowohl an des Trupps Standarte, als auch über den Zinnen der Feste. Dann das markerschütternde Horn, sein Ton reichte bis weit in die Lande, auf dass selbst die letzte Provinz des Landes in Angst verfiele. Wie liebte er jenes Schauspiel, jedes Mal wieder. Seine vier Träger, welche die massiven Eisenstangen zu tragen hatten, an denen wiederum die königliche Hängematte befestigt war, hatten dazu wohl eine andere Ansicht, doch was kümmerte das den Herrscher von Holgoria!

Mit einer typischen, knappen Handbewegung deutete er seinen Dienern, ihn mitsamt der Hängematte zu wenden und vom Balkon zurück in den Thronsaal zu tragen. Und wie jedes Mal, stöhnten die Leibeignen unter der Last ihres Herren auf, worauf sie gleich die Peitsche zu spüren bekamen. „Schneller, ihr Huendchen!“ brüllte Orkus von Mordoria, „Euer Herr hat euch Maden nicht das Leben geschenkt, damit ihr Muße genießt! SCHNELLER!“ Wieder knallte die Peitsche, und die Sklaven schleppten schneller als zuvor. Selbst unter der schwarzen Ledermaske zeichneten sich wütende Züge ab, durchfressen vom Wahnsinn.

Der König selbst lag selbstgefällig und nahezu unbeweglich in seiner lila Hängematte und freute sich ein weiteres Mal, dass sein Schützling und Henker seine Arbeit ernst nahm, was man von den Niederen kaum behaupten konnte. Da er sich fast nie bewegte, trug er einen stattlichen Wanst vor sich her, oder besser über sich. Mit einem weiteren typischen Wink ließ er den Hauptmann eintreten, der den Spähtrupp geführt hatte. Im selben Moment, auch das war der König gewohnt, nach dem er vorher zahlreiche Hauptmänner öffentlich durch die Inquisition auf dem Scheiterhaufen hinrichten ließ, trat der Offizier ein und verneigte sich tief, als er in respektvoller – oder furchtsamer? - Entfernung vor der Hängematte stehen geblieben war.

 

„Nun, Sir Toby, was gibt es Neues?“ Die Stimme des Herrschers klang ruhig, dunkel, fast unscheinbar, wenn sie nicht unheilvoll von den Mauern zurückgeworfen worden wäre, und so den Eindruck vermittelte, sie käme von überall her. Alle Anwesenden, die Wachen mit inbegriffen, zuckten jedes Mal unmerklich zusammen, wenn der König etwas sagte. Andererseits, wenn ein Besucher etwas sagen wollte, blieb jener Effekt aus, und man musste laut sprechen, doch niemals zu laut. Denn die Grausamkeit und der Wahnsinn von Kollomon kannten wahrlich keine Grenzen. Das Zwielicht der Fackeln an den Wänden verstärkten diesen Effekt auf nur grausame Weise.

Der Hauptmann erhob den Kopf, den Helm in der Armlehne, und für manch Beobachter mochte es eine Überraschung sein, dass es ein Emolyt war, welcher den blutigen Willen des Herren in die Lande bringen musste, sein schwarzes Haar fiel ihm tief ins Gesicht. Nach kurzem Zögern sprach er: „Milord Kollomon, wieder hatte das Volk nichts von Wert für eure Schatzkammern. Milord, “ er zögerte wieder, „ich habe wieder im Schatten Eurer Gnade gehandelt, doch das Volk hat nichts mehr, wie es scheint. Wir haben ein weiteres Dorf der Armen gebranntschatzt, wie es Euer Wille war.“

Stille breitete sich aus. Niemand traute sich auch nur Luft zu holen, was bei solch peinlichem Schweigen den Tod bedeuten mochte, da es oft länger dauerte, als die Lunge es zuließ. Doch diesmal ließ der Herrscher Nachsicht walten und sprach: „Irgendwelche Spuren von IHM, Sir Toby?“

„Nein, Herr. Keine Spuren. Einige Krieger stellten sich uns, aber sie waren kein Hindernis.“

Nun horchte der Despot auf: „Krieger, sagt Ihr? Unter welchem Banner ritten sie? Sprecht rasch!“ Wieder schien die Stimme von überall herzukommen, als wäre der Hofstaat umgeben von Kollomons. Manch einer verlor bei dieser Vorstellung schon den Verstand und fand ein jähes Ende im Kerker.

Toby schluckte angesichts der Laune ihres Herrn und sagte: „Rebellen, Milord, ein Spanier, aber der Rest waren Söldner, Abtrünnige aus der Südprovinz. Sie sind keine Gefahr. Wer vermag das schon zu sein, bei Eurer Größe und..“ Er wurde jäh unterbrochen, durch ein typisch königliches Abwinken Kollomons. Der Emolyt wusste, wann es Zeit war zu gehen. Er verbeugte sich tief und ging.

 

Wieder kehrte diese unheimliche, den Tod verheißende Stille ein, als der König sich in Begleitung seiner Träger und Orkus in seine Gemächer zurückzog. Für heute hatte er genug gearbeitet. Wieder keine Spuren von IHM. Diesem Dämon, der ihn immer wieder heimsuchte und neckte, seine Krieger von hinten abschlachtete wie niederes Vieh. Wieder keine Kunde von IHM.

 

Die Suche ging weiter.




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